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#Bahndeutsch für Anfänger

Ein FLIRT ohne Fleischgewicht? Was hat das mit der Bahn zu tun? Wer als Quereinsteiger bei den Bahnen in NRW startet, wird mit allerlei Fachbegriffen und Abkürzungen konfrontiert. Wir helfen euch beim Vokabeln lernen und erklären euch so manche Kuriosa aus dem klassischen Bahndeutsch. Ein Überblick von A bis Z ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

AEG kennen wir als Elektromarke. Im Bahndeutsch aber steht diese Abkürzung für Allgemeines Eisenbahn-Gesetz. Es regelt die Zugangsvoraussetzungen und Betriebsvorschriften für Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Blockabfertigung: Dieser Begriff ist vielleicht dem ein oder anderen Autofahrer bekannt, wenn die Reise durch große Tunnel führt. Um den Verkehrsfluss reibungslos zu regeln, also Stau- und Unfallgefahren zu reduzieren, werden immer nur Fahrzeuge in einer Fahrtrichtung durchgelassen, während die Gegenseite warten muss. Im Eisenbahnverkehr kommt es mitunter an Bahnübergängen zu einer Blockabfertigung, wenn mehrere Züge aus unterschiedlichen Richtungen denselben passieren.

Desiro HK RRX macht (Fahrgast-)Wünsche wahr. Der vierteilige Elektrotriebwagen ist das Rückgrat für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) und einen schnellen Schienenpersonennahverkehr auf dem Rhein-Ruhr-Korridor sowie seinen Zulaufstrecken.

DoSto hört sich ausgesprochen vielleicht an wie das bengalische Wort für Kumpel. Im Bahndeutsch ist damit aber ein Doppelstockwagen gemeint.

EBA ist keine Papageienart, sondern das Eisenbahnbundesamt.

EBO ist deshalb auch nicht Namensvetter von EBA, sondert die Durchführungsverordnung für Eisenbahnverkehrsunternehmen.

ESTW: Gibt man diese Abkürzung in Google ein, wirft die Suchmaschine sehr schnell „Elektronisches Stellwerk“ aus.

ETCS: Auch bei dieser Abkürzung hilft Google weiter und gibt die korrekte Bezeichnung „European Train Control System“ an. Die europäischen Eisenbahnunternehmen verbinden mit dieser Hochtechnologie große Hoffnungen. Sie soll den Flickenteppich von mehr als 20 Zugbeeinflussungssystemen in Europa ersetzen und den grenzüberschreitenden Schienenverkehr deutlich einfacher machen.

FleischgewichtDieses Wort ist echter Eisenbahnjargon. Gemeint ist die addierte Masse aller Fahrgäste in einem Zug. Das könnte man vielleicht netter sagen!

FLIRT steht im Nahverkehr nicht für eine erotisch konnotierte Annäherung zwischen Personen, sondern für flinker, leichter, innovativer, regionaler Triebzug.

ITF ist eine Abkürzung für „International Tennis Federation“, aber auch für Integraler Takt-Fahrplan, der die Verbindungen in einem gegebenen Liniennetz abstimmt.

Indusi hört sich an wie eine Yoga-Figur, gemeint ist aber die Induktive Zugsicherung. Die moderne, mikroprozessorgesteuerte Variante dieser Zugbeeinflussung wird auch Punktförmige Zugsicherung genannt.

KISS, die US-amerikanische Hard-Rock-Band, war sicher nicht der Namensgeber für den komfortablen, innovativen, spurtstarken S-Bahn-Zug.

LINT ist bitte nicht zu verwechseln mit einer fast gleichnamigen Schokoladenmarke. Kilokalorien gibt’s beim leichten, innovativen Nahverkehrstriebwagen nämlich keine.

Pufferküsser ist eine scherzhaft-ironisch gemeinte Bezeichnung für Menschen, die sich in ihrer Freizeit intensiv mit dem Thema Eisenbahn beschäftigen. Ein echter Pufferküsser kennt sicher auch die Spitznamen für deutsche Eisenbahnfahrzeuge. Wer hier noch Lernbedarf hat, schlägt hier einfach weitere Spitznamen nach.

SPNV listen wir nur der Vollständigkeit halber auf: Die Abkürzung für Schienenpersonennahverkehr kennt man doch natürlich.

Tf ist die Abkürzung für Triebfahrzeugführer*in, nach wie vor besser bekannt als Lokführer*in.

Ziegelstein ist unter Bahnern ein Spitzname für die E-Lok-Baureihe 141 in neuroter Lackierung.


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Bild: © wir-machen-das.nrw