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Dank guter Planung trotz Baustelle ans Ziel

Mehr Züge, eine dichtere Taktung und digitalisierte Abläufe – mit Blick auf die Mobilität der Zukunft setzt Nordrhein-Westfalen klar auf die Bahn. Dazu muss die Infrastruktur fit gemacht werden für steigende Anforderungen. Damit die Einschränkungen aufgrund laufender Maßnahmen für die Fahrgäste so gering wie möglich bleiben, werden die Verkehre während Baustellenphasen und die Maßnahmen zur Information der Reisenden bis ins kleinste Detail durchgeplant und organisiert. Doch wie läuft das eigentlich ab?

Wer in den Osterferien mit dem Zug über Duisburg nach Essen fahren wollte, musste auf die vertrauten Verbindungen verzichten: Die Bahn setzte auf diesem Abschnitt die erste Phase einer Großbaustelle um. Mit Hilfe von dicht getaktetem Schienenersatzverkehr gelangten die Fahrgäste dennoch an Ziele entlang der Strecke, mussten dabei jedoch mit verlängerten Fahrzeiten rechnen. Zudem kann es auch im Schienenersatzverkehr ungeplante Verzögerungen geben – in diesem Fall beispielsweise durch zugeparkte Haltestellen oder eine unverhofft aufgetretene Straßenbaumaßnahme der Stadt Duisburg. „Diese Komplikationen gehören leider zum Tagesgeschäft.“, sagt Christian Sasse, Koordinator Baustellenkommunikation bei DB Regio NRW.“ Bei derart umfangreichen Bauprojekten müssen wir das ganz große Rad drehen, um unsere Kunden zuverlässig über veränderte Abläufe zu informieren.“

Umfassende Information und dichter Schienenersatzverkehr

So wiesen bereits Ende Februar Vorankündigungsplakate auf die anstehenden Arbeiten und weitere Informationsquellen hin. Mit Hilfe von Spannbannern an ausgewählten Stationen wurden auch die Fahrgäste sensibilisiert, die sich nicht proaktiv über Fahrplanänderungen erkundigen – beispielsweise zahlreiche Pendler. „Zu Beginn einer Baumaßnahme sind viele Fahrgäste mit der neuen verkehrlichen Situation überfordert. Gewohnte Wege und Zeiten haben sich geändert. Dies versuchen wir durch gute Informationen und mehr Personal an den Stationen abzufedern. Bei der Baumaßnahme Duisburg–Essen ist uns das meines Erachtens gelungen“, so Sasse.

Dank Aktualisierungen im Internet, via Newsletter oder per WhatsApp konnten sich die Kunden auf dem Laufenden halten. Zum WhatsApp-Dienst können sich Reisende ganz einfach auf der Internetseite der Bahn über den Streckenagenten von DB Regio NRW anmelden. Vor Ort boten sogenannte Footsteps und Reisendenlenker zusätzlich Orientierungshilfe: Die auffällig roten Aufkleber in Fußabdruckform säumten gut sichtbar den Weg vom Bahnhof zur Ersatzhaltestelle, 49 Servicekräfte standen darüber hinaus als persönliche Ansprechpartner an ausgewählten Stationen, Ersatzhaltestellen und Umsteigeknoten zur Verfügung.

Jahrelange Planung geht voraus

In den Herbstferien 2018 werden die Arbeiten zwischen Duisburg und Essen fortgesetzt. Bauprojekte eines solchen Ausmaßes plant die Bahntochter DB Netz bereits mehrere Jahre im Voraus. Etwa ein Jahr vorher wird im Detail überlegt, welche Züge ausfallen oder umgeleitet werden müssen – zwischen Duisburg und Essen wurden drei Linien umgeleitet, fünf fielen strecken- oder zeitweise aus und vier Linien fuhren abweichend vom Fahrplan. „Jährlich können wir fünf bis sechs Maßnahmen dieser Größenordnung umsetzen. Der Aufwand ist einfach immens groß“, bestätigt Sasse.

Schneller unterwegs in NRW

Die Großbaustelle auf dem Streckenabschnitt zwischen Duisburg und Essen ist in diesem Jahr nur eine von zahlreichen Maßnahmen im Schienennetz Nordrhein-Westfalens. Die Investitionen summieren sich auf insgesamt rund eine Milliarde Euro. Doch der Aufwand wird sich auszahlen: Fahrgäste in NRW dürfen sich künftig auf mehr Zugverbindungen, eine dichtere Taktung und verbesserte Betriebsabläufe freuen.

Eine Übersicht der Großbauprojekte in 2018 in NRW haben wir hier zusammengestellt

 

Foto: © Deutsche Bahn AG