Dank WLAN im RE im WWW

Ständig überall erreichbar zu sein, gehört heute zum Alltag. Oftmals erscheinen WhatsApp-Nachrichten, E-Mails oder News im Sekundentakt auf den Bildschirmen. Um auf den digitalen Lebenswandel zu reagieren, hat DB Regio NRW ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, bei dem der Einsatz von WLAN in einigen RegionalExpress-Zügen der Linie 42 getestet wird.

Wer mit dem Schienenpersonennahverkehr zwischen Mönchengladbach und Münster unterwegs ist, hat möglicherweise schon die WLAN-Wagons bemerkt: Große Aufkleber auf den Fenstern zeigen an, dass es in diesem Zug einen kostenlosen Internet-Zugang gibt. „Viele Reisende möchten die Zeit während der Bahnfahrt sinnvoll nutzen“, erklärt Projektleiter Andreas Gassmann von DB Regio NRW. „Damit unsere Fahrgäste surfen, arbeiten oder chatten können, haben wir das WLAN-Projekt im RE 42 gestartet.“ „Wir“, das sind in diesem Fall DB Regio NRW, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Die Kooperation trägt Früchte: Bereits seit März dieses Jahres fahren vier mit WLAN ausgestattete Züge testweise über die Schienen.

Technische Herausforderungen

Vor der Testphase mussten verschiedene Herausforderungen gemeistert werden. Gassmann fasst zusammen: „Neben der Schwierigkeit, eine stabile Internetverbindung in der fahrenden Bahn aufrecht zu halten, fehlten die technischen Voraussetzungen.“ Im Laufe des Projektes wurde deshalb für den WLAN-Empfang eine spezielle Antenne auf dem Dach installiert. Zudem verlegte DB Regio NRW ein aufwändiges Kabelsystem im Zug, für das Teile der Innenverkleidung entfernt und neu angebracht werden mussten. „Um ein einzelnes Fahrzeug mit WLAN auszurüsten, brauchen die Mitarbeiter am Werkstattstandort Münster insgesamt etwa vier Tage“, beschreibt der Projektleiter. Ein weiteres Problem ist die stark variierende Netzabdeckung, durch die vor allem in ländlichen Regionen Funklöcher auftreten können. Aus diesem Grund wurde für die Testphase die Strecke des RE 42 ausgewählt – sie führt sowohl durch ländliche Gebiete als auch durch den Ballungsraum Ruhrgebiet und liefert so vielfältige Erkenntnisse über den Internet-Empfang.

Einsteigen – einwählen – lossurfen

So kompliziert die Einführung von WLAN in den Testfahrzeugen war, so einfach ist die Nutzung durch Fahrgäste: Plakate im Zug informieren darüber, dass lediglich die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden müssen, eine Registrierung ist nicht notwendig. „Seit einigen Wochen bieten wir außerdem ein Content-Portal an, in dem zum Beispiel Nachrichtensendungen und Serien abrufbar sind – auch offline“, erklärt Gassmann. Dass die schnelle und bequeme WLAN-Verfügbarkeit bei den Reisenden gut ankommt, zeigen erste Befragungen.

 

Bild: © DB Regio NRW