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Preiswert mobil in NRW – der Kostenvergleich: Auto gegen Bus und Bahn

Immer mehr Großstädter verzichten aus finanziellen Gründen aufs eigene Auto. Sie sind lieber mit Bussen, Bahnen und gelegentlichem Carsharing mobil. Aber sind die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs denn wirklich günstiger? Die Preise für Bus- und Bahntickets steigen doch auch. Wir machen den Kostenvergleich: Auto gegen Bus und Bahn. Wie sind Singles und Familien preiswert mobil in NRW? Zwei Modellrechnungen für die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf.

Was zahlt ein Single für Mobilität?

Für einen Kleinwagen müssen Alleinstehende derzeit zwischen 325 und 420 Euro im Monat aufbringen, so die Berechnungen des ADAC. Diese Summe setzt sich aus dem Anschaffungspreis und den Ausgaben für Kraftstoff, Ölwechsel, Autowäschen, Reifenwechsel sowie Werkstattbesuche und Kfz-Versicherung zusammen. Nicht berücksichtigt sind die Kosten für einen Stellplatz und Parkgebühren. Zum Vergleich: Für das SchönesJahrTicket NRW Abo zahlt eine Person 256,00 Euro monatlich. Das Abo für das verbundweit gültige Ticket 2000 im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kostet 180,65 Euro monatlich. Wer nur ein Ticket für die Rheinbahn in Düsseldorf braucht, hat monatliche Ticketkosten von 77,35 Euro. Dabei kooperieren Verkehrsunternehmen wie die Rheinbahn mit verschiedenen Carsharing-Anbietern, so erhalten Abokunden Sonderkonditionen.

Dieser Kostenvergleich spricht für sich und wird unter anderem durch Erhebungen des Vergleichsportals Verivox und t-online.de untermauert. Danach spart ein Großstadt-Single rund 550 Euro, wenn er auf ein eigenes Auto verzichtet. Das Magazin WirtschaftsWoche hat zudem berechnet, dass ein eigenes Auto selbst bei einer gefahrenen Strecke von 10.000 Kilometern noch 270 Euro im Monat teurer ist als die Alternative mit Bussen, Bahnen und Carsharing.

Was zahlt eine Familie für Mobilität?

Zwischen 539 und 667 Euro pro Monat muss eine vierköpfige Familie für einen günstigen Mittelklassewagen in ihren Haushaltskosten einplanen. Das zeigt der Autokosten-Check des ADAC. Für einen kleinen Zweitwagen kommen dann noch einmal je nach Modell zwischen 325 und 420 Euro hinzu. Zusammen sind das mindestens 864,00 Euro im Monat, ohne Stellplatzkosten und Parkgebühren.

In unserer Düsseldorfer Modellfamilie nutzt der Vater ein SchönesJahrTicket NRW Abo für 256,00 Euro monatlich. Die Mutter hat ein VRR-Ticket 2000 in der Preisstufe B und zahlt dafür 107,96 Euro im Monat. Die Kinder sind schon 15 und haben jeweils ein VRR-SchokoTicket. Für Vollzahler, die keine Zuschüsse erhalten, kostet das SchokoTicket monatlich 36,70 Euro. Die Ticketkosten für die ganze Familie belaufen sich somit auf 437,40 Euro pro Monat. Hinzu kommen noch Mietwagenkosten für größere Besorgungen oder Urlaubsfahrten.

Lohnt sich dann nicht schon doch ein eigener Wagen? Nein, denn man darf wohl davon ausgehen, dass unsere Düsseldorfer Beispielfamilie im Alltag sicher noch zusätzlich mit Bus und Bahn fährt. Das belegen auch die verschiedenen Modellszenarien, die das Vergleichsportal Verivox und t-online.de zum Kostenvergleich entwickelt haben.

Auto oder Bus und Bahn?

Der Kostenvergleich zeigt, dass das eigene Auto rein finanziell gegen den öffentlichen Nahverkehr nicht ankommt. Die Entscheidung für oder gegen einen eigenen Wagen hängt aber sicher auch vom Wohnort ab. In Stadtrandlagen und ländlichen Regionen ist das öffentliche Mobilitätsangebot noch nicht so breit aufgestellt wie in den Großstädten NRWs. In Städten wie Düsseldorf, aber auch in Köln, Dortmund oder Bielefeld kommen Singles und Familien mit Bussen, Bahnen und Carsharing-Angeboten jedenfalls gut zurecht.


Bilder: © wir-machen-das.nrw