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Flächendeckender E-Tarif für NRW

Das Land NRW treibt gemeinsam mit den Zweckverbünden und -unternehmen die Digitalisierung im ÖPNV voran. Dazu zählt auch die Einführung eines landesweiten E-Tarifs. Pilotprojekte laufen schon im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und im Aachener Verkehrsverbund (AVV) für das Aachener Grenzland.

VRR erprobt nextTicket

In diesem Jahr hat der VRR das nextTicket im Rahmen eines vom Verkehrsministerium des Landes NRW geförderten mehrmonatigen Praxistests erprobt. Dabei handelt es sich um ein Ticket, das Kunden über eine Smartphone-App nutzen konnten: Die Tester checken sich vor der Fahrt ein und beim Verlassen des letzten Verkehrsmittels wieder aus. Den Fahrpreis errechnet die App automatisch, am Monatsende wurde elektronisch abgerechnet. Die Kosten setzen sich aus einem Grundpreis sowie den tatsächlich gefahrenen Kilometern zusammen und orientieren sich am klassischen Tarifsystem. Dieses soll nextTicket künftig ergänzen. „Aktuell werten wir die Ergebnisse der Pilotphasen aus und beraten dann gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen und den Verbundgremien über das weitere Vorgehen“, sagt VRR-Marketingleiterin Simone Mathea-Schönfeld.

VRS testet FAIRTIQ

Mit FAIRTIQ startete der VRS in diesem Jahr ein vergleichbares Pilotprojekt. Die Applikation FAIRTIQ hat sich in der Schweiz bereits bewährt und soll in Zukunft auch hierzulande als Zusatzangebot zu bestehenden Tarifen zum Einsatz kommen. Das System funktioniert genauso wie das nextTicket, nur dass FAIRTIQ nach Luftlinie und nicht nach Streckenkilometern abrechnet. In der ersten Phase wird zunächst die technische Umsetzbarkeit von FAIRTIQ untersucht. Anfang 2019 soll dann der auf fünf Monate angelegte Kundenakzeptanztest starten. „Es ist auf je­den Fall ein künf­ti­ges Ti­cket­mo­dell, das von ei­ner wach­sen­den Kun­den­zahl im Nah­ver­kehr so ge­wünscht wird, und zwar über al­le Al­ters­grup­pen hin­weg. Das ist durch um­fang­rei­che Markt­for­schun­gen be­legt“, so VRS-Geschäftsführer Michael Vogel.

E-Tarif über die Landesgrenzen hinweg

Bei der Überschreitung von Landesgrenzen steht der Nahverkehr zahlreichen Barrieren gegenüber. Dazu zählen eine fremde Sprache sowie andere Ticket- und Tarifsysteme. Das Kooperationsprojekt European Travellers Club (ETC), in dem der Aachener Verkehrsverbund (AVV) und die Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG (ASEAG) gemeinsam mit Partnern aus den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland im Rahmen des europäischen Forschungs- und Entwicklungsprogramms Horizon 2020 arbeiten, entwickelt gerade eine Lösung. Wie beim Roaming im Mobilfunk sollen Fahrgäste zukünftig mit ihren heimischen Chipkarten auch den Nahverkehr im Nachbarland nutzen können. Während der laufenden Pilotphase werden die technischen Systeme zwischen der Stadt Aachen und den niederländischen Städten Maastricht und Heerlen getestet.

 

Bild: © Deutsche Bahn AG / Oliver Lauer