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Mehrere Umschüler sitzen in einer Unterrichtseinheit und stellen Fragen zum Unterrichtsstoff.

Span­nen­der Be­ruf mit Zu­kunfts­per­spek­ti­ve

Was müs­sen Quer­ein­stei­ger für die Um­schu­lung zum Trieb­fahr­zeug­füh­rer oder zur Trieb­fahr­zeug­füh­re­rin ei­gent­lich mit­brin­gen? Wie läuft die Um­schu­lung ab? Und hat der Be­ruf über­haupt Zu­kunft? Dar­über spricht Bas­ti­an Wein­ber­ger, Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor für Trieb­fahr­zeug­füh­rer bei Na­tio­nal Ex­press im In­ter­view.

Was sind die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Um­schu­lung?

Wein­ber­ger: Vor­aus­set­zung ist ein Haupt­schul­ab­schluss, au­ßer­dem soll­ten Um­schü­ler min­des­tens 20 Jah­re alt sein oder wäh­rend der Maß­nah­me 20 wer­den. Das ist das Min­dest­al­ter, um ei­nen Zug fah­ren zu dür­fen. Ei­ne Al­ters­gren­ze nach oben gibt es nicht. Gu­te Deutsch­kennt­nis­se in Spra­che und Schrift soll­ten auch noch vor­han­den sein, da­bei un­ter­stüt­zen wir aber auch wäh­rend der Aus­bil­dung.

Wie lan­ge dau­ert die Maß­nah­me, und was kos­tet sie?

Wein­ber­ger: Die in­ten­si­ve Maß­nah­me dau­ert ins­ge­samt sie­ben bis zehn Mo­na­te und kos­tet den Um­schü­ler nichts au­ßer En­ga­ge­ment und Mo­ti­va­ti­on. Sie kann über ver­schie­de­ne We­ge fi­nan­ziert wer­den, bei­spiels­wei­se über Trä­ger wie Job­Kom. Auch wir als Un­ter­neh­men über­neh­men die Um­schu­lungs­kos­ten. Wenn die Fi­nan­zie­rung über uns läuft, zah­len wir in dem Zeit­raum die re­gu­lä­re Aus­bil­dungs­ver­gü­tung.

Wo kann man sich denn um­schu­len las­sen?

Wein­ber­ger: Wir ar­bei­ten ak­tu­ell mit ver­schie­de­nen Part­nern zu­sam­men. Mo­men­tan schu­len wir die Pra­xis bei uns und die Theo­rie bei ver­schie­de­nen Bil­dungs­trä­gern.

Was bedeutet das für angestellte Lokführer und Lokführer-Anwärter?

Wein­ber­ger: Wer heute in der Bahnbranche in NRW anfängt, kann sein gesamtes Berufsleben dort verbringen, wenn er will. Der Beruf des Lokführers ist krisenfest. Schließlich müssen Menschen mobil sein, gerade im Alltag. Für Umschüler gibt es eine Kurzausbildung über neun bis zwölf Monate. Teil der Ausbildung ist der Erwerb des Triebfahrzeugführerscheins Klasse B. Zudem wird von Beginn an eine abwechslungsreiche Tätigkeit geboten. Später kann man als ausgebildeter Lokführer seine Karriere als Gruppenleiter oder Ausbilder fortsetzen.

Wie weit sind die Überlegungen zur Einführung einer Beschäftigungsgarantie fortgeschritten? Und was sind die nächsten Schritte?

Wein­ber­ger: Wir stehen derzeit im Rahmen von Workshops im ständigen Austausch mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und erarbeiten gemeinsam Vorgaben, die alle mittragen. Die Umsetzung einer derartigen Idee muss von der gesamten Branche gelebt und darf nicht einfach von den Aufgabenträgern vorgegeben werden. Parallel wird juristisch geprüft, welche Auswirkungen eine Beschäftigungsgarantie haben würde und welche Rahmenbedingungen von Relevanz sind. Darüber hinaus werden weitere Vertragsinhalte bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Attraktivität der SPNV-Berufsbilder geprüft.

Wel­che Auf­stiegs- und Ent­wick­lungs­chan­cen ha­ben Um­schü­ler?

Wein­ber­ger: Wer als Trieb­fahr­zeug­füh­rer oder Trieb­fahr­zeug­füh­re­rin bei uns ein­steigt, kann sich bei ent­spre­chen­der Qua­li­fi­ka­ti­on wie Zu­ver­läs­sig­keit und En­ga­ge­ment zum Aus­bil­dungs­trieb­fahr­zeug­füh­rer oder zur Aus­bil­dungs­trieb­fahr­zeug­füh­re­rin wei­ter­ent­wi­ckeln. Von dort aus führt die Kar­rie­re­lei­ter wei­ter nach oben zum Lehr­lok­füh­rer bzw. Aus­bil­dungs­ko­or­di­na­tor. Ei­ne an­de­re Mög­lich­keit ist der Ein­satz als Dis­po­nent in der Be­triebs­leit­zen­tra­le. Dis­po­nen­ten sind für den Ein­satz der Zü­ge ver­ant­wort­lich und An­sprech­part­ner für die Trieb­fahr­zeug­füh­rer drau­ßen.

Stich­wort au­to­no­mes Fah­ren – Wer­den Lok­füh­rer in der Zu­kunft über­haupt noch ge­braucht?

Wein­ber­ger: Mei­ner Ein­schät­zung nach wird es ins­ge­samt noch rund 50 Jah­re dau­ern, bis au­to­no­mes Fah­ren in Deutsch­land flä­chen­de­ckend zum Ein­satz kommt. Wer jetzt al­so sei­ne Aus­bil­dung zum Trieb­fahr­zeug­füh­rer oder zur Trieb­fahr­zeug­füh­re­rin macht, wird noch bis zur Ren­te be­schäf­tigt sein. Die Vor­aus­set­zun­gen für füh­rer­lo­se Zü­ge sind in Deutsch­land noch lan­ge nicht ge­ge­ben.

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