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Jakobs-Drehgestell wirkt im Verborgenen

Wer auf der Schiene reist, hat sicher schon mehrfach den Komfort geschätzt, sicheren Fußes und ohne zusätzlichen Umstieg mehrere Wagen eines Zuges zu durchlaufen. Aber was macht das eigentlich möglich?

Es ist das Jakobs-Drehgestell – ein kleines, aber entscheidendes technisches Detail. Grundsätzlich sind Drehgestelle unterhalb der Wagen befestigt. Man könnte sie als bewegliche Rahmen bezeichnen, in denen die Achsen des Zuges lagern. Die Flexibilität bringt den entscheidenden Vorteil, denn nur so kann der Zug geschmeidig durch eine Kurve fahren. Mit einer starren Achskonstruktion wäre das Fahrzeug steif wie ein Brett.

Zwei Wagen auf einem Drehgestell

Das Jakobs-Drehgestell befindet sich direkt unter dem Übergang von zwei aufeinanderfolgenden Waggons. So sind die Wagen dauerhaft miteinander verkoppelt und die Fahrgäste können mühelos von einem Fahrzeugabschnitt in den nächsten laufen.

Fahrverhalten ist deutlich ruhiger

Neben dem ungehinderten Durchgang bringt das Jakobs-Drehgestell eine weitere Annehmlichkeit mit sich: Das Fahrverhalten eines Zuges mit diesem Bauteil ist messbar ruhiger als das von Zügen, die mit konventionellen Drehgestellen ausgestattet sind. Denn horizontale und vertikale Bewegungen der Waggons können damit besser ausgeglichen werden.

Im SPNV in NRW findet man Jakobs-Drehgestelle beispielsweise in Zügen des Typs FLIRT auf den Strecken des Ruhr-Sieg-Netzes und des Niederrhein-Netzes. Der Name des Jakobs-Drehgestells geht übrigens auf den Eisenbahningenieur Wilhelm Jakobs zurück. Er meldete seine damalige Innovation bereits am 8. August 1901 als Patent an.

 

Bild: © National Express Rail GmbH