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Unterwegs zum emissionsfreien Antrieb: Klimaschutz im Nahverkehr

Klimaschutz ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen. Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen in NRW haben die Zeichen der Zeit erkannt und wollen konventionelle Dieselmotoren zunehmend durch emissionsfreie Antriebe ersetzen. Welche Möglichkeiten gibt es bereits – und wo geht die Reise hin?

In Sachen Elektromobilität hat die Schiene schon heute dem Individualverkehr auf der Straße einiges voraus: Deutschlandweit sind bereits rund 90 Prozent der Bahnen elektrisch unterwegs. Basis dafür ist die Elektrifizierung von Bahnstrecken, die auch im laufenden Bundesverkehrswegeplan forciert wird. Die Bundesregierung will über ein zusätzliches Milliarden-Programm mittelfristig einen Elektrifizierungsgrad von bundesweit 70 Prozent erreichen. Geht es nach der Allianz pro Schiene, soll das deutsche Schienennetz bis zum Jahr 2030 sogar zu 75 Prozent elektrifiziert sein. In Nordrhein-Westfalen werden aktuell rund 60 Prozent des Schienennetzes elektrisch betrieben. Das entspricht dem derzeitigen Bundesdurchschnitt. Dabei werden im Rahmen verschiedener Ausbaumaßnahmen immer mehr Strecken elektrifiziert, beispielsweise in NRW noch die rund 22 Kilometer lange Bahnstrecke Wesel – Bocholt oder auch die Außenäste der Regiobahn mit Zeitziel Dezember 2021.

Emissionsfreie Elektrotriebzüge für NRW

Allerdings ist es nicht wirtschaftlich alle Strecken mit Oberleitungen auszustatten. Hier stellen emissionsfreie Elektrotriebzüge eine Alternative dar: Im Personenverkehr bieten sich Wasserstoff- und Batterie-Triebzüge an. Im Wasserstoff-Triebwagen produziert eine Brennstoffzelle Strom aus Wasserstoff, der – in Batterien gespeichert – zum Antrieb mit Elektromotoren genutzt wird. In Niedersachsen wird dieses Verfahren schon getestet: Im Herbst 2018 ging dort das erste Fahrzeug deutschlandweit in den Probebetrieb. Der batterieelektrische Zug bezieht seinen Fahrstrom hingegen aus Oberleitungen. Dieser wird in Batterien an Bord gespeichert. Sind keine Oberleitungen vorhanden, kann die Energie aus dem Speicher gezogen werden. Hersteller sollen Fahrzeuge beider Technologien bis spätestens 2021 serienreif entwickelt haben, aktuelle Vergabeverfahren berücksichtigen schon jetzt zunehmend alternative Antriebe. So haben der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) als Aufgabenträger für das Niederrhein-Münsterland-Netz die Beschaffung von lokal emissionsfreien Elektrotriebzügen ausgeschrieben. Rund 50 Triebzüge mit einer Kapazität von 120 bis 160 Sitzplätzen sollen nach Möglichkeit ab dem Fahrplanwechsel 2025 den Betrieb aufnehmen. 

Dieseltriebzüge werden ökologisch umgerüstet

In der Übergangsphase leisten auch die gebrauchten Dieseltriebwagen einen guten Beitrag zum Klimaschutz: So hat die DB Regio wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Umrüstlösungen für die Triebzugbaureihen 642, 648 sowie für die Lokbaureihe 245 entwickelt. Sie werden zum EcoTrain mit Batterie, Stromabnehmer und Hilfsaggregat. Die Vision: Ab Ende 2024 sollen keine neuen Dieselzüge mehr in Betrieb gehen. Hier ziehen Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträger, Politik und Hersteller an einem Strang und ebnen gemeinsam den Weg für den Nahverkehr mit grüner Zukunft.


Bild: © wir-machen-das.nrw