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Neues Grün und neue Rollen auf der Schiene

Rot, gelb, silberfarben oder blauweiß: Die Züge auf nordrhein-westfälischen Gleisen sind farbenreich. Ab Dezember 2019 wird die S-Bahn Rhein-Ruhr Grün. Der VRR setzt ein Zeichen: Das neue S-Bahn-Netz bietet unabhängig vom Eisenbahnunternehmen Mobilität für die Region.

Im Dezember 2019 ist es soweit – Keolis Deutschland übernimmt mit der eurobahn die S-Bahn-Linien S1 (Solingen – Dortmund) und S4 (Unna – Dortmund-Lütgendortmund). Hierfür erhalten die roten Züge ein neues Design. Zum ersten Mal werden die eurobahn-Züge in frischem Grün lackiert und zudem mit Symbolen aus der Region farblich akzentuiert. Dazu erklärt VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann: „Uns ist es wichtig, die Verbundenheit der S-Bahn Rhein-Ruhr mit unserer Region auch optisch zu zeigen.“.

Aus Wettbewerb wird Arbeitsteilung

Die S-Bahn-Rhein-Ruhr wird damit zu einem gemeinsamen Mobilitätsangebot aller Eisenbahnunternehmen, die im Rahmen der „Agenda Bahnen“ zusammenarbeiten. Das ist auch Ziel der Wettbewerbsstrategie des VRR. Der Verbund hat für die S-Bahn Rhein-Ruhr – analog zum Rhein-Ruhr-Express (RRX) – getrennte Ausschreibungsverfahren durchgeführt: einmal zum Betrieb der Linien, einmal zur Beschaffung und zur Instandhaltung der Fahrzeuge. Während die Keolis-Marke eurobahn den Zuschlag für den Betrieb erhielt, setzte sich DB Regio NRW mit ihrem Angebot für die Lieferung und die Instandhaltung der Bestandsfahrzeuge durch. Am Werksstandort Essen wird sie die Züge der eurobahn warten und garantieren, dass diese täglich verfügbar sind. „Für uns steht damit ein Rollenwechsel an“, sagt Andree Bach, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW, „wir starten in eine neue Zukunft als Instandhaltungsdienstleister für unsere Partner VRR und Keolis.“

Neuer Komfort für die Fahrgäste

Nach und nach werden schon heute alle DB-Fahrzeuge, die ab Dezember 2019 im Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr fahren, von DB-Rot auf VRR-Grün umgestellt. Auch im Innenbereich werden die Züge neu gestaltet, modern und barrierefrei. „Wir arbeiten alle gemeinsam und partnerschaftlich, um den Bedürfnissen unserer Fahrgäste zu entsprechen. Hierfür bieten wir künftig noch mehr Komfort und Service“, sagt Magali Euverte, Vorsitzende der Geschäftsführung von Keolis Deutschland.

Gelebte Partnerschaften

Der Testlauf für die künftige Zusammenarbeit ist übrigens schon gestartet. Seit Dezember 2017 lässt die Eurobahn acht Neufahrzeuge, mit denen sie das Teutoburger-Wald-Netz bedient, im Instandhaltungswerk von DB Regio NRW in Münster warten. DB Regio NRW hält dort auch seit gut zwei Jahren 35 Talentzüge von National Express für den Betrieb der Linien RE 7 (Rhein-Münsterland-Express) und RB 48 (Rhein-Wupper-Bahn) instand. Ein Beweis, dass Wettbewerber jenseits der Ausschreibungen gute Partner sein können.