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nextTicket im VRR: Bus- und Bahnkunden testen den eTarif

Bus- und Bahnkunden im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) testen seit März 2018 mit nextTicket einen modernen eTarif via Smartphone-App. Einchecken, losfahren und wieder auschecken – heißt die Devise für einfache Mobilität mit Bus und Bahn. Der mehrmonatige Praxistest wird vom Verkehrsministerium des Landes NRW gefördert. Im Interview erklärt VRR-Marketingleiterin Simone Mathea-Schönfeld, wie nextTicket das klassische Tarifsystem ergänzt und warum das wichtig ist.

Was ist nextTicket und wie funktioniert es?

nextTicket ist ein Ticket, das Kunden über eine Smartphone-App zur Verfügung gestellt wird: Sie checken sich vor der Fahrt ein und beim Verlassen des letzten Verkehrsmittels wieder aus. Den Fahrpreis errechnet die App automatisch, am Monatsende wird elektronisch abgerechnet.

Welche Erkenntnisse konnten Sie bisher aus dem Testbetrieb gewinnen?           

Der Testbetrieb ist in zwei Phasen aufgeteilt. Die erste Phase lief vom 1. bis zum 31. Mai 2018. Wir wollten dabei Technik und Kundenakzeptanz überprüfen. Die Preise orientierten sich an unserem aktuellen Tarif. Rund 3.000 Testteilnehmer haben sich zu einer Befragung durch die Marktforschung bereit erklärt. Eine erste Auswertung hat gezeigt, dass rund dreiviertel aller Befragten mit dem Prinzip des Ein- und Auscheckens sehr zufrieden sind. Auch die Abrechnung der Fahrten über unseren Kooperationspartner BOGESTRA verlief reibungslos. Für uns sind aber auch Aussagen wichtig, die uns signalisieren, dass beispielsweise die Gestaltung der App und die Ortung noch optimiert werden sollten. Aktuell läuft die zweite Phase vom 1. Juni bis zum 31. August. Jetzt probieren wir eine neue Preisgestaltung aus, bei der die Fahrgäste einen Grund- und einen Kilometerpreis bezahlen. Pioniere sind herzlich eingeladen, sich jetzt noch zu beteiligen!

Wie können Kunden am Praxistest teilnehmen?

Testkunden registrieren sich auf der Seite www.nextticket.de. Um die App tatsächlich nutzen zu können, ist es wichtig, dass Kunden bei ihrer Registrierung ihre Zahlungsdaten hinterlegen. Erst dann können sie eine Fahrtberechtigung über die App erwerben. Anschließend können sie die App auf ihr Smartphone laden. Die Teilnehmer müssen allerdings mindestens 18 Jahre alt und bereit sein, die Ortung ihres Gerätes zuzulassen.

Welche Kosten haben nextTicket-Kunden?

Kosten entstehen nur in Verbindung mit den getätigten Fahrten. Der Grundpreis liegt zwischen 1,40 und 1,45 Euro, der Kilometerpreis beträgt 0,20 Euro pro angefangenem Kilometer.

Welche Vorteile genießen nextTicket-Kunden?

Wer nextTicket nutzt, kann sich völlig flexibel und spontan für eine Fahrt mit Bus und Bahn entscheiden. Die umfangreiche Information über mögliche Tarife fällt weg, ebenso das Warten am Ticketautomaten oder das Bezahlen beim Fahrer.

Und wie geht es nach dem Praxistest weiter?

Nach dem Ende des Tests werden wir die Ergebnisse in Ruhe analysieren und bewerten. Gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen und den Verbundgremien berät der VRR ab Herbst über das weitere Vorgehen. Trotz neuer digitaler Optionen wird das klassische Tarifsystem in der Zukunft selbstverständlich bestehen bleiben.

 

Foto: © Verkehrsverbund Rhein-Ruhr