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S-Bahn ist pünktlichstes Verkehrsmittel

Mehr als 9 von 10 S-Bahnen in NRW haben 2017 in ihren Fahrplan eingehalten, allen voran die Linien S 4, S 7 und S 28 – das belegt der Qualitätsbericht SPNV Nordrhein-Westfalen 2017. Wir erklären, unter welchen Bedingungen die Züge im Takt bleiben und warum es trotzdem zu Unpünktlichkeit kommen kann.

Eigene Strecken mit kurzen Linienverläufen

Die Fahrgäste der Linien S 4 (Dortmund – Lütgendortmund – Unna) der DB Regio, S 7 (Solingen – Wuppertal) von Abellio und S 28 (Kaarst – Mettmann) der Regiobahn durften sich 2017 freuen: Sie erreichten ihr Ziel fast immer nach Plan. Die Gründe dafür: Auf diesen Strecken verkehren ausschließlich die S-Bahnen, außerdem sind die Verläufe der Linien mit 30 bis 40 Kilometern vergleichsweise kurz.

Auch RE und RB fuhren bei ähnlichen Voraussetzungen in der vorgesehenen Zeit. So sind die drei pünktlichsten RE-Linien 2017 der RE 18 (Herzogenrath – Heerlen) mit einer Quote von 99,1 Prozent, der RE 99 (Siegen – Frankfurt) mit 92,3 Prozent und der RE 70 (Bielefeld – Braunschweig) mit 91,8 Prozent. Zu den pünktlichsten RB-Linien zählten 2017 die RB 96 (Betzdorf – Dillenburg) mit 99,1 Prozent, die RB 92 (Finnentrop – Olpe) mit 98,6 Prozent und die RB 36 (Duisburg-Ruhrort – Oberhausen) mit 97,7 Prozent.

Diagramm zu durchschnittlichen Pünktlichkeitsquoten nach Produktgruppen
© wir-machen-das.nrw
Diagramm zur durchschnittlichen Pünktlichkeit der EVU RE-Linien 2017
© wir-machen-das.nrw

Personalmangel und unerwartete Störungen im Ablauf

Trotz dieser guten Ergebnisse lässt sich Unpünktlichkeit nicht immer vermeiden. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Unvorhersehbare Faktoren wie Personalausfälle, technische Störungen an Oberleitungen und Fahrzeugen, zu lange Ein- und Ausstiegszeiten sowie unzureichend gesicherte Bahnübergänge können Verzögerungen im Betriebsablauf verursachen. Um mehr qualifiziertes Personal bemühen sich die Eisenbahnverkehrsunternehmen aktuell im Rahmen einer breit angelegten Jobkampagne. Auch Fahrzeuge werden modernisiert oder ersetzt – so ist beispielsweise gerade der RRX an den Start gegangen.

Ausbau der Infrastruktur verbessert Pünktlichkeit

Doch vor allem überlastete Schienenwege in den Ballungsräumen des Landes sorgen aktuell für Verspätungen – sie werden neben dem Nahverkehr auch von Fern- und Güterzügen befahren. Die mit dem notwendigen Ausbau von Gleisen und technischen Anlagen verbundenen Baustellen führen zunächst zu weiteren Abweichungen vom Fahrplan, die durch Schienenersatzverkehr zu einem großen Teil ausgeglichen werden können. Die Unannehmlichkeiten lohnen sich jedoch: Eine leistungsfähige Infrastruktur ist die beste Voraussetzung, um die Pünktlichkeit auf lange Sicht zu verbessern.


Bilder: © wir-machen-das.nrw