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Magali Euverte steht an eine Wand gelehnt und lächelt in die Kamera.

Ver­trau­en und Re­spekt als Basis der Zusammenarbeit

Seit Ju­ni steht Ma­ga­li Eu­ver­te an der Spit­ze von Keo­lis Deutsch­land. Im In­ter­view er­zählt die Fran­zö­sin, wie sie die deut­sche Ar­beits­welt er­lebt und wie wich­tig ei­ne gu­te Zu­sam­men­ar­beit mit den Mit­ar­bei­tern ist.

Wie war Ihr Tag?

Eu­ver­te: Span­nend. Ich war in un­se­rer Leit­stel­le in Hamm und in un­se­rer Werk­statt in Hee­sen. Der­zeit be­rei­ten wir die Über­nah­me des Teu­to­bur­ger Wald-​Net­zes vor. Da­zu ge­hört, die Dienst­plä­ne der Mit­ar­bei­ter zu er­stel­len und die Über­nah­me der Fahr­zeu­ge zu pla­nen.

Am 10. De­zem­ber ist es so­weit: dann er­folgt die Über­nah­me des Teu­to­bur­ger Wald-​Net­zes. Kommt schon Ner­vo­si­tät auf?

Eu­ver­te: We­ni­ger Ner­vo­si­tät als eher Span­nung im po­si­ti­ven Sinn. Es sind noch vie­le Din­ge bis da­hin zu er­le­di­gen, aber die­ser im­mer nä­her rü­cken­de Ter­min ist ei­ne ko­los­sa­le Mo­ti­va­ti­on. Wir sind al­le am Ball. Und man spürt, dass wirk­lich je­der zum Er­folg die­ser Über­nah­me bei­tra­gen will. Die­se At­mo­sphä­re und die­sen Team­geist zu er­le­ben, ist rich­tig gut. Das macht Spaß. Na­tür­lich ha­ben wir noch viel zu tun. Aber es gibt im­mer je­man­den im Team, der sagt: Wir schaf­fen das.

Sie sind Fran­zö­sin, vor ei­nem Jahr nach Deutsch­land um­ge­zo­gen. Un­ter­schei­det sich die Zu­sam­men­ar­beit im Un­ter­neh­men, die Kul­tur des Mit­ein­an­der­um­ge­hens und Ar­bei­tens in den bei­den Län­dern?

Eu­ver­te: Tat­säch­lich hat­te ich zu­nächst er­war­tet, dass es er­heb­li­che Un­ter­schie­de gibt. Aber nach ei­nem Jahr ha­be ich ei­nen an­de­ren Ein­druck. In Deutsch­land wie in Frank­reich rich­ten Mit­ar­bei­ter al­ler Bran­chen die­sel­ben Er­war­tun­gen an das Ma­nage­ment: Sie möch­ten Wert­schät­zung er­fah­ren und er­war­ten Feed­back zu ih­ren Leis­tun­gen. Das ha­be ich auch in Bor­deaux so er­lebt, wo ich als Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer bei TER Aqui­tai­ne für 15 Li­ni­en, 370 Zü­ge pro Tag und das Be­triebs­ma­nage­ment von 103 Fahr­zeu­gen ver­ant­wort­lich war. Hier wie dort sa­gen die Trieb­fahr­zeug­füh­rer, dass sie gern di­rek­ten Aus­tausch mit der Ver­wal­tung ha­ben möch­ten, dass wir sie an­spre­chen sol­len, wenn wir im Zug sind. Und das ma­che ich auch.

Was macht ei­ne gu­te Zu­sam­men­ar­beit aus?

Eu­ver­te: Ver­trau­en ist mir in der Zu­sam­men­ar­beit ganz wich­tig. Ich bie­te mei­nen Mit­ar­bei­tern Ver­trau­en an und er­war­te dann auch, dass es er­wi­dert wird. Letzt­end­lich scheint mir ent­schei­dend, dass je­der Mensch in ei­nem Un­ter­neh­men in sei­ner In­di­vi­dua­li­tät wahr­ge­nom­men wird, mit sei­nen spe­zi­el­len Kom­pe­ten­zen und Stär­ken.

Hat Sie in dem Jahr, in dem Sie jetzt in Deutsch­land ar­bei­ten, et­was über­rascht?

Eu­ver­te: Das star­ke Ge­fühl der Zu­ge­hö­rig­keit zur Bran­che Ei­sen­bahn, zu Mo­bi­li­tät und Um­welt­schutz, das hat mich über­rascht. Das fin­de ich wirk­lich gut. Und dass die Auf­ga­ben­trä­ger und die po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen die Mo­bi­li­tät wei­ter aus­bau­en wol­len, auch das ge­fällt mir.


Zur Per­son

Ma­ga­li Eu­ver­te ist Vor­sit­zen­de der Ge­schäfts­füh­rung von Keo­lis Deutsch­land mit Sitz in Düs­sel­dorf. Die Fran­zö­sin hat in Pa­ris In­ge­nieur­swis­sen­schaf­ten stu­diert und ih­ren MBA im ka­na­di­schen Montréal ab­ge­legt. Im Sep­tem­ber 2016 wech­sel­te sie zu Keo­lis Deutsch­land. Die 38-​Jäh­ri­ge ist ver­hei­ra­tet und Mut­ter von drei Kin­dern.

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