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Ansicht eines breiten Bildschirms auf dem verschiedene Daten aus dem laufenden Nahverkehr aufgeführt sind.

Unterwegs zur SPNV-Regiezentrale für NRW

Das Herzstück im System Schiene

Europaweite Ausschreibungen haben in den vergangenen Jahren eine hohe Betreibervielfalt auf die Schienen in Nordrhein-Westfalen gebracht. Die SPNV-Regiezentrale NRW in Duisburg schafft die Voraussetzungen für die Zusammenarbeit der Bahnen in NRW und für ein ganzheitliches Angebot im Sinne der Nahverkehrskunden.

In Nordrhein-Westfalen sind zurzeit zehn Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unterwegs und für die Mobilität von täglich rund 2,4 Millionen Fahrgästen verantwortlich – Tendenz steigend, so dass manche Linien zeitweise schon überlastet sind. Das gilt insbesondere auf den Kernstrecken, die sich der Nahverkehr mit dem Fern- und den Güterverkehr teilen muss. Baustellen sollen in Zukunft die Beförderungsleistung stärken, zurzeit aber bilden sie zusätzliche Herausforderungen für den täglichen Betrieb. Vor diesem Hintergrund wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die SPNV-Regiezentrale NRW für die Unternehmen Abellio Rail NRW, DB Regio NRW und National Express in der Betriebszentrale von DB Netz in Duisburg eingerichtet. Auch die Eurobahn wird dort nun einziehen und eigene Arbeitsplätze für ihre Verkehrs- und Streckendisponenten einrichten. Damit sitzen – erstmalig in Deutschland – die verkehrlichen Disponenten verschiedener Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeinsam an einem Standort.

Zusammenarbeit für das System Schiene

„Für einen reibungslosen Betrieb ist es wichtig, dass die Bahnen in NRW ein ganzheitliches Angebot bilden und zum Beispiel in Störungsfällen gemeinsam reagieren“, erklärt Sascha Zuk, Geschäftsführer Qualität und Planung von Abellio Rail NRW, die Idee und die Aufgabe der SPNV Regiezentrale NRW. Denn die Fahrgäste erwarten ein robustes SPNV-System und Verkehrsleistungen, die sie unabhängig vom jeweiligen Betreiber nutzen können. Die SPNV-Regiezentrale NRW baut daher kontinuierlich eine unternehmensübergreifende Steuerung der S-Bahn, Regionalbahn- und Regionalexpressverkehre des Landes auf. Sie ermöglicht ein hohes Maß an Abstimmung und kurze Entscheidungswege zwischen den Bahnen in NRW, die sich dafür in Teilen von einer einzelunternehmerischen Disposition lösen. Das verbessert die Betriebsqualität insgesamt und ermöglicht nicht nur in akuten Störungsfällen die Umsetzung gemeinsamer Ersatzkonzepte sowie eine umfassende Fahrgastinformation.

Abgestimmte SPNV-Leistungen und Fahrgastinformationen

Das Fazit der Zusammenarbeit fällt für die Bahnen in NRW positiv aus. „Wir konnten innerhalb eines Jahres bereits viele Synergien heben und den Fahrgästen optimierte Informationen zur Verfügung stellen“, sagt Zuk. Dabei stellte etwa die Integration der S-Bahn Rhein-Ruhr zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019 eine besondere Herausforderung dar. Auf weitere Angebotsänderungen, etwa durch neue Linien im Vorlaufbetrieb für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der SPNV Regiezentrale NRW gut vorbereitet. Eine große Herausforderung in den kommenden zehn Jahren bilden dagegen die zahlreichen Baumaßnahmen im NRW-Schienennetz: Große Infrastrukturprojekte wie der Umbau des Knotens Köln, der Ausbau der Strecke Emmerich – Oberhausen und nicht zuletzt der Ausbau der RRX-Infrastruktur sind eingebettet in mehr als 1.000 Baustellen. Dafür wollen die Bahnen in NRW gemeinsame Lösungen entwickeln und umsetzen. Dabei bleibt die SPNV Regiezentrale NRW für eine mögliche Beteiligung weiterer Eisenbahnverkehrsunternehmen offen.

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