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Mehrere Personen an einem Bahnsteig steigen in einen Zug.

Was erwarten die Fahrgäste von der Bahnbranche?

Baustellen, verlegte Haltestellen und Streckensperrungen: Für viele Pendler warten auf dem täglichen Weg zur Arbeit unschöne Überraschungen – und das stellt die Bahnbranche vor eine enorme Herausforderung. Deshalb hat es sich die Gemeinschaftsinitiative Fokus Bahn NRW zum Ziel gesetzt, durch eine übergreifende Zusammenarbeit der Eisenbahnverkehrsunternehmen verstärkt auf die Anforderungen der Fahrgäste einzugehen. Lothar Ebbers, Pressesprecher des Fahrgastverbands PRO BAHN NRW e.V., bewertet aktuelle Entwicklungen aus Fahrgastsicht.

Keine unerfüllbaren Versprechen

Oberste Priorität sei aus der Perspektive der Fahrgäste vor allem, dass die EVU gemeinsam an einer Wiederherstellung eines qualitativen und verlässlichen Nahverkehrs arbeiten. Grundlage bilde dabei laut Ebbers vor allem der eigene ehrliche Umgang mit Negativbeispielen aus der Vergangenheit. Fehler zu verschweigen sei keine Option. Vielmehr sei es wichtig, diese aktiv zu thematisieren und Verbesserungspotenziale zu analysieren. „Auf keinen Fall dürfen unerfüllbare Versprechen gemacht werden“, betont der Pressesprecher des Fahrgastverbands.

Er begleitet die Entwicklung des SPNV in NRW seit vielen Jahren und sieht die Problematik besonders bei langwierigen Baumaßnahmen des Streckennetzes und daraus resultierenden Verzögerungen. Gleichzeitig sei die stetige Weiterentwicklung des Schienennetzes aber auch ein notwendiger, positiver Aspekt, der gemeinsam mit der Einführung von neuen Fahrzeugen das Mobilitätsangebot erweitert. Dass solche Verbesserungen und Erweiterungen mit Baustellen und Umleitungen einhergingen, liege daher auf der Hand.

Wichtig sei aber, dass beteiligte Unternehmen und Auftraggeber schnell und gezielt auf Veränderungen im Schienenverkehr reagieren müssten. Genau an dieser Herausforderung knüpft das Landesprogramm Fokus Bahn NRW an. Gemeinsam arbeiten die Akteure der Initiative an einer übergreifenden, einheitlichen Verkehrskoordination und Fahrgastinformation. Das Ziel: Trotz Wettbewerb auf der Schiene sollen die Bedürfnisse der Fahrgäste im Fokus stehen. Ein zuverlässig leistungsfähiger Nahverkehr ist dabei das oberste Ziel.

EVU müssen schnell und gezielt reagieren

„Betriebswechsel, insbesondere mit Einsatz neuer Fahrzeuge, sind immer ein Risiko“, erklärt Ebbers. „Wichtig für die Fahrgäste ist, dass rechtzeitig auf zu erwartende Schwierigkeiten hingewiesen wird. Wenn klar ist, dass nicht gleich das volle Angebot geliefert werden kann, muss der Ersatzfahrplan schnell kommuniziert und zuverlässig eingehalten werden.“ Dies sei auch mit Blick auf die anstehenden Betriebsaufnahmen zum Fahrplanwechsel von großer Bedeutung. 

Dass Nordrhein-Westfalen eines der wettbewerbsintensivsten Bundesländer ist, wirke sich zudem positiv für den Fahrgast aus, weiß Ebbers: „Ohne steuernde Elemente wie beispielsweise das RRX-Modell zur Fahrzeugfinanzierung wäre NRW sicherlich schlechter aufgestellt. Und dann hätten wir deutlich weniger Angebote und Innovationen!“

Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen bietet somit nicht nur Risiken, sondern auch große Chancen. Das Landesprogramm Fokus Bahn NRW arbeitet daran, diese zu nutzen.


Über Fokus Bahn NRW

Zehn SPNV-Unternehmen, drei Aufgabenträger, ein Verkehrsministerium – und ein gemeinsames Ziel: Als Gemeinschaftsinitiative die Zukunft des Nahverkehrs in Nordrhein-Westfalen unternehmensübergreifend zu gestalten und ein zuverlässi¬ges, flächendeckendes Mobilitätsangebot zu schaffen. Inhaltliche Grundlage hierfür ist die „Agenda Bahnen NRW“, in der acht zentrale Leitlinien für die Zusammenarbeit definiert wurden. Teilnehmende Akteure der Initiative sind das Landesverkehrsministerium, die drei Aufgabenträger NWL, NVR und VRR sowie die zehn nordrhein-westfälischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio Rail NRW, DB Regio NRW, eurobahn, National Express, NordWestBahn, Regiobahn, Rurtalbahn, TransRegio, VIAS und WestfalenBahn.

Mehr Infos gibt es unter fokus-bahn.nrw

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