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Verkehrsunternehmen unterzeichnen die „Agenda Bahnen NRW“

Um den Herausforderungen der Zukunft im Schienenpersonennahverkehr gerecht zu werden, besiegelten sieben nordrhein-westfälische Bahn-Wettbewerber am 10. Oktober auf einem Treffen der Branche ihre Zusammenarbeit. Die Geschäftsführer von Abellio Rail NRW, DB Regio NRW, National Express, NordWestBahn, Regiobahn, WestfalenBahn sowie der Keolis-Marke Eurobahn unterzeichneten die Brancheninitiative „Agenda Bahnen NRW“.

Der Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen wird immer bunter. Durch den europaweiten Wettbewerb hat sich eine große Betreibervielfalt auf der Schiene entwickelt, die sich in den nächsten Jahren durch Betreiberwechsel bei RRX und S-Bahn Rhein-Ruhr noch einmal verstärken wird. Obwohl sich die Konkurrenzunternehmen seit vielen Jahren in NRW im Wettbewerb miteinander befinden, einigten sich die Firmenvertreter darauf, künftig noch stärker zusammenzuarbeiten. Andree Bach, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio NRW unterstrich die unternehmensübergreifenden Herausforderungen und Ziele. „Wir stehen in erster Linie im Wettbewerb zum Auto. Aus diesem Grunde müssen wir gemeinsam daran arbeiten, möglichst viele Menschen zum Umstieg auf die Schiene zu bewegen“. Auch für Ronald R. F. Lünser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail NRW, steht das kommende Jahrzehnt im Zeichen der Kooperation. „Was uns eint, ist das Bestreben, den SPNV als Mobilitätsgarant weiterzuentwickeln. Herausforderungen wie Digitalisierung, demografischer Wandel, Fahrgastsicherheit oder Fachkräftemangel können wir nur zusammen meistern.“ Um Angestellte in den jeweiligen Regionen zu halten, soll eine unternehmensunabhängige Jobsicherheit geschaffen werden. „Uns ist es wichtig, die Mitarbeiter bei Streckenübergaben die Möglichkeit einzuräumen, weiterhin auf ihren bisherigen Stammstrecken in der Nähe ihrer Wohnorte zu fahren“, erläutert die Vorsitzende Geschäftsführerin von KEOLIS Deutschland, Magali Euverte.

 

Den Kunden im Fokus

Mit der Unterzeichnung der „Agenda Bahnen NRW“, einer freiwilligen Selbstverpflichtung, bekennen sich die Unternehmen zu einem fairen Miteinander und zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit für einen funktionierenden Nahverkehr in der Region. Die unternehmensübergreifende Nutzung von vorhandene Ressourcen und Know-how soll künftig für mehr Stabilität im Verkehr sorgen, die Fahrgastkommunikation vereinheitlichen und nicht zuletzt Geld einsparen. Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein Westfalen, lobte die Initiative in seiner Ansprache. „Die Akteure haben verstanden, dass es an der Zeit ist, sich nicht mehr nur als Konkurrenten, sondern – jenseits der Ausschreibungen – auch als Partner und gemeinsame Gestalter des Marktes zu sehen. Dies begrüßt das Land im Sinne einer besseren Vernetzung der Akteure.“ Dabei hob der Minister den Ansatz der Agenda, die Kunden in den Mittelpunkt des Handels zu stellen, besonders hervor. „Die Menschen in NRW sind mobiler als je zuvor und haben das Potenzial, ihre Verkehrszeit sinnvoll zu Nutzen, längst erkannt.“ Die neuen Kooperation müsse es deshalb zum Ziel haben, die individuellen Erwartungshaltungen der Pendler vollständig zu erfüllen. Denn nur wenn der ÖPNV zuverlässig, bequem und multimodal sei, könne er die steigende Mobilitätsnachfrage von der Straße auf die Schiene leiten.

Auf dem Titelbild sind zu sehen (v.l.n.r.): M. Winter (National Express), R. Blüm (WestfalenBahn), M. Euverte (eurobahn), Minister Wüst, A. Bach (DB Regio NRW), R. Erfurt (NordWestBahn), R. R. F. Lünser (Abellio Rail NRW) und U. Bergmann (Regiobahn). Bild: Thomas Willemsen

Weitere Informationen und Hintergründe befinden sich im Detailartikel zur „Agenda Bahnen NRW“